Traditionelle Musik und Volkstanz

Jede Kultur hat im Laufe der Jahrtausende eine eigene Musik entwickelt. Die Art der Musik ist von vielen Aspekten abhängig, zum Beispiel:

Welche Musikinstrumente wurden entwickelt?

Einige Völker verwendeten hauptsächlich organische Stoffe wie Holz oder Häute oder auch Schneckenhäuser, andere nahmen auch Lehm, Ton oder Keramik und formten oder brannten daraus Instrumente. Kulturen, die Metalle förderten, konnten auch aus diesem Material Instrumente bauen.

Wie wurden die Instrumente gespielt?

Schlaginstrumente, wie die Trommel, wurden von verschiedenen Völkern erfunden und zum Musizieren eingesetzt. Bei den Pow Wows der amerikanischen Ureinwohner wird eine Trommel von mehreren Musikern geschlagen, in anderen Kulturen werden mehrere Trommeln von einem Musiker gespielt. Saiteninstrumente werden mit Bogen, Plektron oder den Fingern gespielt, so dass ähnliche Instrumente trotzdem verschiedene Laute erzeugen.

Für welche Zwecke wurde die Musik eingesetzt?

Die Worksongs der Sklaven auf den nordamerikanischen Plantagen des 18. und 19. Jahrhunderts dienten der Unterstützung eines Arbeitsrhythmus. Mit rituellen Tänzen, die von Trommeln und Gesang begleitet wurden, beschworen die nordamerikanischen Indianer Geister früherer Stammesmitglieder, um Regen oder Sonne zu beeinflussen. Der Threnos ist ein Klagelied, welches bereits vor unserer Zeitrechnung im antiken Griechenland bekannt war und dazu diente, Tote zu beklagen. Auch für den orientalischen Tanz, bei uns mehr unter dem Begriff „Bauchtanz“ bekannt, wird eine bestimmte Musik eingesetzt.

Viele Kulturen definieren sich unter anderem auch über ihre traditionelle Musik. Entsprechend werden bestimmte Musikstile und Instrumente auch Ländern und Ethnien zugeordnet.

So verschieden die traditionelle Musik ist, so unterschiedlich sind auch die Tänze zu dieser Musik. Welch ein Unterschied gibt es zum Beispiel zwischen einem bayrischen Schuhplattler und den verführerischen, ja fast erotisch anmutenden Bewegungen eines Bauchtanzes! Beide sind Ergebnisse langen Trainings und Körperbeherrschung. Beide Tanzarten werden durch die sie begleitende Musik unterstützt und akzentuiert.

Der Begriff „Volkstanz“ wurde Anfangs des 20. Jahrhunderts etabliert, um diese Tänze von den Gesellschaftstänzen zu unterscheiden.

In Europa gab es Tänze, die die einfachen Leute tanzten, sowie die höfischen Tänze, die von den Adligen im Gegensatz dazu eher zelebriert wurden. Wahrscheinlich lag es auch an der aufwendigen und steifen Kleidung, dass die Bewegungen dabei sehr langsam waren. Diese Gesellschaftstänze wurden meist in der Gruppe getanzt. Die Tänze der Bauern und Bürger waren schneller und lebendiger.

Als in Nordamerika immer mehr verschiedene Völker zusammenkamen, änderten sich auch deren Volkstänze. Eine bekannte Form, die sich entwickelte, ist der Square Dance. Beim Square Dance tanzen Gruppen zu vier Paaren, die mit dem Tanzen an den vier Seiten eines Quadrats beginnen. Von einem „Caller“ werden die Figuren, die getanzt werden, angesagt. Der Western Square Dance ist in den meisten US-amerikanischen Bundesstaaten offizieller Volkstanz.

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